Wir unterscheiden hier drei Stufen. Denn es macht einen Unterschied, ob bekannte Gründe gegen eine Anwendung sprechen, ob eine vorherige ärztliche Abklärung sinnvoll ist, weil belastbare Daten fehlen oder die individuelle Situation entscheidend ist, oder ob eine Situation in der Regel unproblematisch ist und lediglich bestimmte Hinweise zu beachten sind. So kannst du besser einschätzen, wann du verzichten, vorher ärztlich nachfragen oder die Anwendung unter Beachtung der jeweiligen Hinweise durchführen kannst.
Bitte nicht anwenden
Hier gibt es bekannte Gründe, die gegen eine eigenständige Anwendung sprechen, oder eine Unsicherheit, bei der wir vorsorglich von der Anwendung abraten.
Bei aktiver Krebserkrankung
Photobiomodulation beeinflusst Zellstoffwechsel und Durchblutung. Es ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt, wie sich das auf Tumorgewebe auswirkt. Solange diese Frage offen ist, ist Zurückhaltung die richtige Antwort. Ausnahme nur nach ausdrücklicher onkologischer Rücksprache. Das gilt insbesondere für Körperbereiche, die aktuell im Rahmen einer Strahlentherapie bestrahlt werden.
Bei lichtgetriggerter Epilepsie
Geräte mit blinkenden, pulsierenden oder wechselnden Lichtmodi können Anfälle auslösen. Bitte grundsätzlich nicht ohne neurologische Rücksprache anwenden.
Auf frischen Operationswunden und offenen Wunden
Wundversorgung mit Licht ist ein medizinisches Anwendungsfeld unter Aufsicht — kein Selbstanwendungsthema. Das gilt auch für akute Hautinfektionen.
Bei Photodermatose oder schwerer Lichtempfindlichkeit
Vorher ärztlich abklären
Hier ist die Anwendung nicht grundsätzlich ausgeschlossen, aber häufig fehlen belastbare Daten für eine verlässliche allgemeine Empfehlung.
Rotlicht in der Schwangerschaft und Stillzeit
Wir raten ab — nicht weil ein Risiko bekannt wäre, sondern weil belastbare Sicherheitsdaten fehlen. In dieser Situation ist Zurückhaltung die einzige seriöse Empfehlung.
Photosensibilisierende Medikamente
Eine Reihe von Wirkstoffen erhöht die Lichtempfindlichkeit. Dazu gehören unter anderem: Tetracyclin- und Chinolon-Antibiotika (z. B. Doxycyclin, Ciprofloxacin), Retinoide (Isotretinoin, auch topisch), Amiodaron, bestimmte Diuretika (Hydrochlorothiazid), Sulfonamide, einige Neuroleptika und Antidepressiva, NSAR wie Piroxicam sowie Johanniskraut.
Diese Aufzählung ist nicht vollständig — im Zweifel den Beipackzettel prüfen oder in der Apotheke nachfragen.
Herzschrittmacher und implantierte Medizinprodukte
Betrifft Schrittmacher, Defibrillatoren, Insulinpumpen und Neurostimulatoren. Das Licht selbst ist hier nicht der Punkt; es geht um die Elektronik des implantierten Medizinprodukts und um lokale Erwärmung über dem Implantat. Bitte vor der Anwendung mit der betreuenden Praxis klären und nicht direkt über dem Implantat anwenden.
Rotlicht bei Schilddrüsenerkrankungen
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) ist besondere Vorsicht geboten. Da Rot- und Nahinfrarotlicht Stoffwechsel- und Durchblutungsprozesse beeinflussen kann und für die direkte Anwendung über der Schilddrüse nur sehr begrenzte Daten vorliegen, sollte der Halsbereich hier nicht ohne ärztliche Rücksprache bestrahlt werden.
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), etwa im Zusammenhang mit Hashimoto, wurde Photobiomodulation bereits wissenschaftlich untersucht. Dabei werden mögliche unterstützende Effekte auf zelluläre Prozesse beschrieben.
Im Zweifel sollte die Anwendung im Halsbereich vorher fachkundig medizinisch abgeklärt werden.
Bestehende Augenerkrankungen und kürzliche Augenoperationen
Ebenso bei ungeklärten Sehveränderungen. Einzelheiten im Abschnitt „Augen“ weiter oben.
Eingeschränktes Temperatur- oder Schmerzempfinden
Bei Kontaktgeräten wie FlexiPad und FaceMask nicht anwenden. Bei anderen Geräten sollte die Anwendung bei eingeschränktem Temperatur- oder Schmerzempfinden vorher ärztlich abgeklärt werden.
Rotlicht bei Kindern und Jugendlichen
Nur unter Aufsicht Erwachsener und nach ärztlicher Rücksprache. Für Kinder liegen keine eigenen Anwendungsdaten vor. Für den Vision-Modus der Gen30 gilt unabhängig davon: nicht bei Kindern und Jugendlichen anwenden.
Nach Botox, Fillern und ästhetischen Behandlungen
Nach Botox, Fillern, Microneedling, Peelings oder Laserbehandlungen bitte die von der behandelnden Praxis genannte Wartezeit einhalten.
Häufig gefragt, in der Regel unproblematisch
Hier gibt es in der Regel keinen grundsätzlichen Grund gegen die Anwendung.
Rotlicht und Tattoos
Dunkle Pigmente absorbieren mehr Licht und können sich stärker erwärmen. Ein Ausbleichen durch rotes und nahinfrarotes Licht ist nicht beschrieben. Praktisch heißt das: größeren Abstand wählen oder die Dauer verkürzen, wenn sich eine tätowierte Stelle deutlich wärmer anfühlt als die Umgebung. Frische Tattoos wie eine Wunde behandeln und aussparen, bis sie vollständig verheilt sind. Dasselbe gilt für Permanent Make-up.
Muttermale und Leberflecke
Rotes und nahinfrarotes Licht ist nicht ionisierend und steht nicht im Verdacht, Hautkrebs auszulösen — anders als UV. Wer viele oder auffällige Male hat oder eine Melanom-Vorgeschichte, sollte die reguläre Hautkrebsvorsorge unabhängig davon wahrnehmen. Bei einem Mal, das sich verändert: erst zur Dermatologie, dann alles Weitere.
Retinol, Fruchtsäuren und Vitamin C
Diese Wirkstoffe machen die Haut empfindlicher, aber überwiegend gegenüber UV. Wer empfindlich reagiert, wendet Licht und Wirkstoff zeitlich getrennt an — Licht am Morgen, Wirkstoff am Abend.
Haustiere im Raum
Auch Tiere reagieren auf helles Licht meist ganz natürlich und wenden den Blick ab, wenn es sie blendet. Trotzdem sollten sie nicht direkt in die LEDs schauen oder dauerhaft im direkten Strahlengang liegen. Einige Tierhalter berichten von positiven Erfahrungen mit Rot- und Nahinfrarotlicht, und auch wissenschaftlich wird Photobiomodulation bei Tieren untersucht. Die Datenlage ist jedoch noch begrenzt und geeignete Anwendungsprotokolle sind nicht einheitlich geklärt. Eine gezielte Anwendung am Tier deshalb bitte tierärztlich abstimmen.
Sonnenbrand oder frisch gebräunte Haut
Bei akutem Sonnenbrand mit der Rotlichtanwendung pausieren, bis die Haut vollständig abgeheilt ist.